GlaubeImpuls zum Monatsspruch März


Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich fürchten vor deinem Gott; ich bin der HERR.“ (Lev 19,32)


Liebe Leserin, lieber Leser!

Viele Menschen haben den Eindruck, dass die Zeit in der Kindheit langsamer verging als im Alter. Kürzlich las ich einen Text, der diese Sichtweise aufgreift:

When as a child I laughed and wept, time crept.
When as a youth I dreamed and talked, time walked.
When I became a full grown man, time ran.
And later as I older grew, time flew.
Soon I shall find while traveling on, time gone.

(Als ich ein Kind war und lachte und weinte, da kroch die Zeit.
Als ich, als Jugendlicher, träumte und redete, da lief die Zeit.
Als ich dann Erwachsener geworden war, da rannte die Zeit.
Und später, als ich alt wurde, da flog die Zeit nur so dahin.
So weiterreisend werde ich bald feststellen, dass meine Zeit entschwunden ist.)

Woher kommt sie, die Zeit, die wir als Kinder so fest und sicher besitzen? Und wohin geht sie, wenn sie uns im Alter zwischen den Fingern zerrinnt und dann gar nicht mehr da ist? Ich glaube, dass Gott die Quelle unserer Zeit ist, und dass sie auch wieder zu ihm geht, ganz wie es Psalm 31,15 bekennt: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“  

Den Kindern gehört das Himmelreich, weil sie die Zeit ganz frisch von Gott empfangen haben. Aber das Alter ist eine nicht weniger bedeutungsvolle Zeit: die Zeit flieht, aber sie flieht hin zu Gott – alte Menschen künden auf ihre Weise von Gottes Nähe! Von dieser Nähe kündet auch jenes Gebot, das uns als Monatsspruch im März mitgegeben wird: „Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich fürchten vor deinem Gott; ich bin der HERR.“ (Lev 19,32)

Ihr Dekan Dr. Christoph Glimpel